3, 2, 1, Bungee!

3, 2, 1 – Bungee! Was für eine blöde Idee, aber zu spät. Der eigene Wille trieb mich dazu abzuspringen.

Eben noch bei bestem Wetter und bester Aussicht die Skyline von München genossen, geht’s jetzt in Freifallgeschwindigkeit 50 m in Richtung der grünen Wasseroberfläche der Ruderregattastrecke in Oberschleißheim. Kurz vor dem Dip In werde ich dann aber ruckartig zurückgezogen. „Glück gehabt & trocken geblieben„, denke ich mir. Das hatten meine Kollegen wohl anders geplant. Wäre ich nicht gekonnt abgesprungen, sondern einfach nur nach unten gefallen, wäre ich wohl eingetaucht. Durch das Abspringen habe ich aber (unbewusst) dazu beigetragen, dass sich das Bungee Seil bereits etwas in der Horizontalen streckt. Anschließend werde ich wieder in die Höhe zurück katapultiert um mich dann am höchsten Punkt dem Rebound willenlos hinzugeben 😉

Hinweis: Dip Ins sind nahezu völlig ungefährlich. Die Augen sollten geschlossen bleiben, die Hände über dem Kopf zusammengelegt und das Gesicht ja nicht Richtung Ziel ausrichten.

Genossen“ ist freilich die völlig falsche Umschreibung. Denn trotz Aussicht, verspürt man eine brutale Angst, dessen Zittern aber in der schaukelnden Gondel mühelos verhalt. Wie immer in solchen Momenten stelle ich mir die Frage, ob das nun wirklich sein hat müssen und überlege zumindest kurz, was passieren kann. Obgleich ich mir dann klar mache, dass diese adrenalinhaltigen Erlebnisse bereits tausende Male unfallfrei durchgeführt wurden und die Verunglückung eher im Straßenverkehr als beim Bungee Jumping möglich ist, sorgt das vermeintliche Restrisiko für ausreichend Kribbeln in den Füssen und ein unangenehmes Gefühl im Magen. Ist das wohl Adrenalin, dass durch meine Blutbahnen rauscht?

Mit dem geglückten Rebound ändert sich fast alles. Aus Angst wird Freude. Freude am Leben. Freude etwas Außergewöhnliches gemacht zu haben. Ein einmaliges Gefühl, dass so sicherlich nicht wiederholbar ist. Beim 2. Sprung wird alles anders sein. Dann wird man andere Facetten des Sprungs erhaschen und wahrscheinlich eine ganz andere Angst verspüren. Mal schauen.

Den Bungee Sprung in München hatte ich anläßlich des 20 Jährigen Bungee Engagements von Jochen Schweizer realisiert. Leider gab es am folgenden Tag einen unglücklichen Zwischenfall, der auf individuelles menschliches Versagen zurückzuführen ist. Beim Absetzen eines Tandem Bungee Pärchen wurden die Personen zu früh vom Seil gelöst und fielen aus knapp 2m Höhe auf den Asphalt. Zum Glück haben die beiden das letzten Endes – trotz zunächst scheinbar schweren Verletzungen – doch gut überstanden. Dieser Fehler wird wohl nicht mehr passieren. Ich selbst fühlte mich tagszuvor beim gleichen Bungee Team in den sichersten Händen der Welt. Und auch beim nächsten Sprung hat das Team vor Ort mein Vertrauen!

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adrenalin.pur

Ich liebe Adrenalin und alles was halbwegs kickt. Ob hoch, schnell oder andersartig - das Gefühl zu wissen, dass man lebt oder das selbige selbst in der Hand hat ist einzigartig und nicht duplizierbar!