SWAT Missionen in München

Wow. Knapp 6 Stunden verbrachten 16 stark adrenalingefährdete SWAT Rekruten in einem geheimen SWAT Trainings Camp mitten in München. Mittendrin, statt nur dabei: Der spätere SWAT Teamleader Jens aus dem Alpha-Team und meiner einer, der in der Beta-Einheit seine Durchschlagskraft im Zugriffsteam 2 unter Beweis stellen durfte. Eins vorweg genommen: Wir haben ordentlich einstecken müssen und kräftig ausgeteilt. Am Ende steht uns eine Karriere als SWAT Specialist nix mehr im Wege.

S.W.A.T.* steht übrigens für
SPECIAL
WEAPONS
ASSAULT
TACTICS

Bevor wir uns aber in eine von insgesamt 3 Missionen werfen durften, galt es erstmal sich anständig zu vorbereiten. Chris, unser SWAT Instructor scheint ein großer Fan des Krav Maga zu sein. Das kommt aus dem Hebräischen (קרב מגע) und kann etwas holprig mit „Kontaktkampf“ übersetzt werden. Vor allem die israelischen Streit- und Sicherungskräfte haben Krav Maga zu wesentlichen Bestandteil ihrer Ausbildung gemacht. Entgegen der sonst bekannten kreativen asiatischen Kampfsportarten, gilt beim Krav Maga vor allem der Leitsatz „Du oder ich“. Hier geht’s nicht um Stil, sondern ums Überleben. Und nur wer austeilt und nicht einsteckt, tut das. Also erhielten wir von Chris auf spielerische Weise einen Einblick ins Krav Maga, welches uns später bei den Einsätzen zur Überwältigung der Gegner helfen sollte. Übrigens: Hier gibt’s Infos zu Krav Maga in Deutschland. Mich hat das Training so motiviert, dass ich mich gleich für Krav Maga in München angemeldet hatte.

Nach dem sehr schweißtreibenden Training, bei welchem auch allerlei Zombies zum Einsatz kamen,  freuten wir uns nun aktiv eine der bereits angekündigten SWAT Missionen zu erleben. Neben dem bereits angelegten schwarzen Overall wurde nun unsere Ausrüstung komplettiert mit

  • schwarzen Handschuhe (inkl. Unterziehhandschuhe aus hygnischen Gründen)
  • einer Schutzbrille
  • einer schwarzen Sturmmaske
  • einem schwarzen Helm
  • einer taktischen Weste, die allerhand Platz für weitere wichtige Einsatzmittel bot
  • einem Low Ride Holster für die uns später ausgehändigte Handfeuerwaffe

Die 16 SWAT Rekruten wurden dann in 2 Teams a 8 Mann aufgeteilt und erhielten je nach Funktion noch

  • ein taktisches Schutzschild für den Mann an der Spitze der Einheit
  • ein Funkgerät für den dahinter befindlichen Team Leader
  • Taschenlampen
  • CS Gas, welches in unserem Trainingsfall nur mit harmlosen Wasser gefüllt war
  • Handschellen in Form von
  • je eine Walther P99, gefüllt mit je 8 Schuss
  • 2 Langfeuerwaffen in Form von M40 Karabinern für die 2 Männer am Ende der Snake. Diese waren geladen mit je 20 Schuss, treffgenau auf 10 Meter.

Bei den Waffen im SWAT Training handelte es sich natürlich nicht um echte Waffen, obgleich sie sehr echt wirkten. Die Waffen wurden mit kleinen weißen Speedballs bestückt, die eine geleeartige Ummantelung besassen und mit weißer oder klarer Flüssigkeit gefüllt waren. Bei einem Treffer blieb ein entsprechender Fleck auf dem Bekleidungsstück oder Objekt zurück. Die Schussgeschwindigkeit der Kugeln sollte nach Angaben der Instruktoren zwischen 90 und 100 km/h liegen. Das ist ordentlich.

Nun war es dann aber auch endlich soweit. Nachdem die Funktionen innerhalb des Teams geklärt waren, galt es 3 Missionen innerhalb der nächsten 3 Stunden zu bewältigen:

  1. Razzia in einem Münchner Mehrfamilienhaus inkl. Festnahme der verdächtigen Personen
  2. Beendigung einer Geiselnahme in einer Münchner Fabrik
  3. Festnahme eines Drogen Chefs in seiner Münchner Villa

Bei den Live Einsätzen erfährt man am eigenen Leib, welchen Stresssituationen echte SWAT Einheiten ausgesetzt sein müssen. Ständig in Lebensgefahr, unwissend was sich hinter der nächsten Tür verbirgt und ständig in Konflikt mit unberechenbaren und aggressiven Personen. Hinzukommen Lärm und teilweise schlechte Lichtverhältnisse. Dann rast der Puls und treibt das Adrenalin durch die Venen. Man scheint fast seinen eigenen pochenden Puls zu hören. Trotzdem gilt es dann die Ruhe zu bewahren und den Anweisungen des Team Leads Folge zu leisten. Die Aufgaben lassen sich dann nur durch geschicktes und teamorientiertes Vorgehen erfolgreich absolvieren. Das schweißt zusammen.

Ein ganz wunderbares Action Erlebnis, dass sich durchaus auch als Team Incentive eignet. Ich hoffe, ich erhalte nochmals die Chance an einem SWAT Training teilzunehmen und Danke auf diesem Wege an Kai, Chris und den anderen Jungs und Mädchen vom S.W.A.T. CAMP. Danke auch an die Statisten und Schausteller, die so echt die notwendigen Counterparts gespielt hatten.

* Weitere Bezeichnungen für die Spezialeinheiten, die teilweise synonym eingesetzt werden, wären zum Beispiel:

  • SORT Special Operations and Response Team
  • ERT Emergency Response Team
  • STATE Special Tactical Assault Team Element
  • HRT Hostage Rescue Team
  • ESU Emergency Service Unit
  • SRT Special Response Team
  • TRT Tactical Response Team
  • SOG Special Operations Group
  • SRF Special Response Force

Veröffentlicht von

adrenalin.pur

Ich liebe Adrenalin und alles was halbwegs kickt. Ob hoch, schnell oder andersartig - das Gefühl zu wissen, dass man lebt oder das selbige selbst in der Hand hat ist einzigartig und nicht duplizierbar!