Krav Maga Probetraining

Gestern war es also soweit. Angefixt durch das an Krav Maga angelehnte Warm Up bei der SWAT Mission in München sowie durch die Lektüre „Taktische Selbstverteidigung – Was wirklich zählt“ hatte ich mich gestern zu einem kostenlosen Krav Maga Probetraining ins Krav Maga Center München getraut. Natürlich hatte ich mich vorab beim SWAT Trainer und Autor der oben angeführten Lektüre Chris Schmidt (siehe Abbildung, Chris ist der Rechte) schlau gemacht, wen er mir im Raum München empfehlen würde. Die Empehlung kam prompt: www.krav-maga-center.de. Inzwischen bin ich aber zu www.keepsafe.de gewechselt.

Ein paar Worte noch zur Krav Maga-Lektüre

Ich erwartete Hinweise zu Schlagtechniken und Verteidigungsstellungen, fand stattdessen aber 33 Seiten geballte Motivation. Viele Dinge davon sind mir aber (noch) eine Klasse zu krass. Zuschlagen, kämpfen, das Zitat „if you want peace – prepare for war“ sind Dinge, die bisher nicht zu meinen Lebensinhalten gehörten und auch in Zukunft nicht dazu gehören sollen. Liegt wohl – wie auch im Krav Maga eBook beschrieben – an meiner gut christlichen Erziehung: „Sei immer lieb“, „Halt im Zeifelsfall auch die andere Backe hin“, „Prügeln tut man sich nicht“, „Alle Menschen sind gut“ etc.  Vor allem letzteres stelle ich in letzter Zeit immer wieder in Frage. Etliche Vorfälle in Deutschland (Amokläufe) und München (Bahnhofsüberfälle) machen mich stutzig. Stutzig aber auch hinsichtlich meiner Reaktion in solchen Situationen. Was würde ich tun? Weglaufen? Schlichten? Was, wenn der gegenüber nicht alleine, sondern eine ganze Gruppe ist? Habe ich überhaupt die Wahl? Wann ist genug?

Krav Maga findet darauf eine Antwort

Grob gesagt würde ich behaupten, dass man durch das Krav Maga Training in solchen Stressituationen selbstbewusster und entsprechend konsequenter eine Lösung sucht.  Die Regelmäßigkeit der Übungen hilft dabei eine gewisse „Normalität“ hierfür zu entwickeln und auf Angriffe instinktiv zu reagieren. Reaktion ist dabei auch die Addition von Verteidigung, Gegenangriff und Sicherung („Scanning“) der Umgebung.

Was mir sehr gut an der Lektüre gefiel, war eine Aussage seitens Chris, die gleich zu Anfang fiel: „Am besten, Sie glauben nicht ein Wort von dem, was ich sage.“ Geil. Zumal er auch gleich eine Begründung hierfür lieferte. Letztlich muss jeder selbst einen bzw. seinen Weg finden. Etwas, dass nicht nur auf Krav Maga, sondern auch auf das Leben anzuwenden ist. Eine philosophische Parallele zu meinem Denken. Ebenso die Aussage, dass man das Schicksal selbst mitbestimmen kann. Wunderbar.

Als er dann noch beschrieb, welche Privatarmee, in Form von Körperzellen, Stereo-Farbkameras & -Mikrophonen sowie einer Kommandozentrale,  in mir schlummert, wollte ich mehr wissen. Das eBook gibt’s übrigens hier als kostenlosen Download. Danke, super Lektüre!

Aggression & Gewalt & Sport

Keine Sorge. Ich habe in den letzten 36 Jahren keinen Anlaß gehabt handgreiflich zu werden – und will es auch in der Zukunft nicht werden. Die Angst davor, selbst in eine solch kritische Situation verwickelt zu werden oder schlimmer noch, meine Familie einer solchen Gefahr auszusetzen, treibt mich jedoch an. Das ich mich u.a. fast 2 Jahrzente lang mit der Kraft- und Kampfsportart Ringen beschäftigt habe befriedigt mich nicht. Ringen ist eine wundervolle Sportart, mit Regeln und dem Wunsch nach fairem Kräftemessen. Das Leben selbst ist aber nicht immer fair. Krav Maga berücksichtigt eben das.

Neben dem Selbstverteidigungswunsch sorge ich mich allerdings auch um meine Kondition. Ich hoffte also, dass Krav Maga indirekt auch hier was für mich tun könne.

Das Probetraining

Mit einem etwas mumligen Gefühl und einer gewissen Anspannung (Adrenalin?) betrat ich die Sporthalle. Letztlich wußte ich ja nicht was und wer mich erwarten würde. Der Anblick überraschte. Es standen keine Killermaschinen vor mir, sondern Menschen wie Du (?) und ich. Völlig harmlos in Ihrer Erscheinung. Das beruhigte. Von den 20 Teilnehmern waren 19 männlich. Ein jüngere Frau trainierte noch mit. Alter, Geschlecht und Gewicht spielen aber beim Krav Maga keine Rolle. Im echten Leben kann man sich das ja auch nicht aussuchen.

Andi, der Trainer an diesem Mittwoch Abend, führte souverän durch das Krav Maga Training. Es gab aber auch keinen störenden Anlaß, denn die Krav Maganen arbeiteten aller sehr diszipliniert und lernwillig an ihren Schlagtechniken und Bewegungsabläufen. Neben Gruppen- und Paaraktionen wurden auch ein paar dynamische Schnellkraftübungen ins Training eingebaut.

Obwohl ich sehr viele Probleme mit den geforderten Schlagtechniken hatte, hat es mir viel Spaß gemacht und den Willen geweckt, Krav Maga zu erlernen. Ich werde von nun an wohl regelmäßig gehen. Selbstüberwindung ist der Anfang allen Glücks 😉

Was benötigt man?

Neben sportlicher, bequemer Kleidung benötigt man aufgrund des Hallentrainings geeignete Turnschuhe. Zudem empfhielt es sich mindestens Mundschutz und Tierfschutz zu zulegen. Im Krav Maga Center München kann man beides für knapp 30 EUR vor Ort erwerben. Optional kann man sich nich Schienbeinschützer und Unterarmschützer zulegen. Für das spätere freiwillige Sparing benötigt man dann noch Boxhandschuhe (ab 45 EUR).

Krav Maga Historie

Veröffentlicht von

adrenalin.pur

Ich liebe Adrenalin und alles was halbwegs kickt. Ob hoch, schnell oder andersartig - das Gefühl zu wissen, dass man lebt oder das selbige selbst in der Hand hat ist einzigartig und nicht duplizierbar!