Base Flying in Berlin mit Jochen Schweizer, Spontacts und Panono

Wer schon immer mal den Schritt bzw. besser gesagt den Flug mit dem Base Flyer in Berlin wagen wollte, kann sich hier inspirieren lassen:

Mit dieser 360° x 360° Optik mit der neuen Panono Kamera kann man nun ein ganz besonderes Panorama Bild festhalten.
Wer sich nicht alleine traut und Mitmacher sucht, dem sei noch Spontacts, die Freizeit Community zu empfehlen. Hier finden sich tagtäglich Ideen für Aktivitäten, die man schon immer mal machen wollte, bisher aber nicht die passenden Freunde hatte. Auch dieser Special Event in Berlin wurde von Spontacts.com veranstaltet.

Angst & Lust erleben = AngstLust

Inzwischen habe ich die typischen Angstlust-Erlebnisse von Jochen Schweizer selbst ausprobiert. Unter Angstlust-Erlebnisse fallen die Jochen Schweizer hauseigenen Erlebnisprodukte House Running, Bungee Jumping und Base Flying. Ergänzend könnte man noch Fallschirm Tandemspringen dazunehmen.

Wirklich Angst (und kaum Lust) hatte ich rückblickend nur beim Base Flying in Berlin. Ob’s an meiner Tagesform lag oder an der Situation wie ein hilfloser Fisch in 125 m an der Angel zu hängen, weiß ich nicht. Ich weiß aber um die schiere Angst, als ich fallengelassen wurde. Eventuell tue ich mir das bald nochmals ein 2. Mal an. Nur um zu überprüfen, was die Ursache meiner Angst war.

Die geringste Angst hatte ich beim House Running. Liegt wohl auch daran, dass ich – wie bei allen Erlebnissen – den Teams vor Ort hinsichtlich Sicherheit blind vertraue.

Eine Definition des von Michael Balint geprägten Ausdrucks der Angstlust findet Ihr übrigens bei Wikipedia. Hier ein Auszug:

Angstlust verspürt danach derjenige, der sich freiwillig äußerer Gefahr aussetzt, mit der zuversichtlichen Hoffnung, alles werde gut enden. Nach Balint bedeutet dies das „Aufgeben und Wiedererlangen von Sicherheit“. Das Streben danach habe seine Wurzeln im Trauma frühkindlicher Trennungserlebnisse.

Base Flying Berlin: Jetzt geht’s ab!

Holla-die-Waldfee! So extrem krass hätte ich mir das neue und Adrenalin versprechende Erlebnisprodukt von Jochen Schweizer namens Base Flying nicht vorgestellt. In Anlehnung an das Base Jumping (nur ohne Fallschirm) ging ich vor dem „Erleben“ davon aus, dass es sich beim Base Flying um eine Mischung aus Bungee Jumping und House Running handeln musste. Letzteres hatte ich ja ebenfalls am Park Inn gemeistert. Doch, wie sich dann selbst erfahren musste, weit gefehlt!

Wie auch das House Running in Berlin sollte das Base Flying auch an der Fassade des zentral gelegenen Hotels Park Inn stattfinden. Also nicht wie hin. In der Lobby des Park Inn Berlins angekommen, wurde ich schon freudig in Empfang genommen und durfte nach schriftlicher Freigabe meines adrenalinhaltigen Lebens und nach Feststellung meines Gewichts (max. 120 kg sind erlaubt) aufs Dach. Dazu sollte man im Park Inn Berlin die hinteren Aufzüge benützen. Denn nur diese fahren in den 37. Stock.

Nach Verlassen des Aufzugs ging’s dann noch mal per Stufen 3 Etagen hinauf. An den Wänden finden sich im Treppenaufgang immer wieder Hinweise, wie „Bist Du Dir sicher …?“, „Entspannt schaust Du ja nicht aus …“ etc. Dann endlich erreicht man die Aussichtsplattform des Hotels mit Blick auf den Alex, den Alexanderplatz, die House Running Anlage und die technisch gesehen weltweit einmalige Anlage des Base Flyers. Respekt. Schon allein der Anblick des etwa 3m über die Dachkante herausragenden Stegs ließ mich mehrmals kurz über mein Vorhaben nachdenken. Als ich zudem noch die Base Fly-Passagiere vor mir bei ihrem Abflug beobachten konnte …

… zu spät. Schon war ich an der Reihe und durfte einen Sicherheitsgurt anziehen, der sehr fest angezurrt wurde. Schon alleine das sorgte neben dem sehr kompetenten Team für ein sicheres Gefühl. In einer Trockenübung wurde man dann noch auf festem Boden in die Luft gehängt. Damit sollte überprüft werden, ob der Gurt gut und bequem sitzt. Ois roger!

Nun waren alle Vorbereitungen abgeschlossen. Ein letzter zusätzlicher Sicherheitscheck an meiner Ausrüstung und schon durfte ich an einem Seil gesichert auf den Base Flying Steg hinaustreten. Hui, ist das hoch. 125 Meter über dem Boden hat man einen wunderbaren Blick auf den Alex und in die Tiefe. Höhenangst? Keine Ahnung. In solchen Momenten geht mir alles und nichts durch den Kopf.


Größere Kartenansicht

Noch ein finaler Sicherheitscheck und dann wurde ich in dafür vorgesehene Anlage noch auf dem Steg eingehängt und etwas angehoben. „Wie ein Fisch an der Angel“, dachte ich mir, als ich da so hing. Die Pose, die man dabei übrigens einnimmt, gleicht der eines Fallschirmspringers. Glaube ich zumindest. Mein Tandem Fallschirmsprung steht ja noch aus. Anschließend wurde ich dann über den Steg hinaus ins Freie gefahren und in Position gebracht. Unter mir nix bzw. 98 m Luft (lt. Website von Jochen Schweizer) bis zum Vordach des Park Inns. Vor mir der nahezu freie Fall.

Was man in solch einem Moment denkt. Viel & nichts. Fragen hinsichtlich des Seins und des Sinns dieser Aktion sowie viele weitere mehr: Was kommt auf einen zu? Wie fühlt es sich an? Warum tue ich so was? Kann ich zurück? Was denken die da unten? Wie fühle ich mich danach? Kickt das wirklich?

Während dessen lädt sich das Adrenalin Thermoter endgültig und unweigerlich auf 100% auf. Zum ersten Mal stellt man auch fest, dass man es nun nicht mehr selbst in der Hand hat. Den entgegengesetzt zu House Running und Bungee, bei den man aktiv den ersten und verhägnisvollen Schritt tun darf, gibt beim Base Flying der TC (Team Captain) das „Go“.

„Geniesse den Augenblick!“, hatte mir noch jemand zugerufen. Ja, ja, „carpe diem“, lasst mich in Ruhe mit dem Quatsch. „Ready?“

Da es mir beim Bungee Jumping bereits beim Absprung die Sprache verschlagen hatte, ging ich nicht davon aus zu schreien.“3, 2, 1″:

Wuuuuuuuuuuuuuaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh!

Herzklopfen, bam, bam, bam.

Zurren des Seils. Schreien. Schreien. Bam, bam, bam. Schreien.

Der Boden kommt näher und die Fahrt verlangsamt sich technisch bedingt. Endlich kann der Verstand wieder Fuss fassen und das Adrenalin im Blut etwas ordnen. Was ist geschehen?

Angstlust? Adrenalin! Pur! Das hat ordentlich gesessen!

Kaum habe ich wieder festen Boden unter den Füssen, erkenne ich an den Gesichtsausdrücken des Boden-Teams, dass ich wohl ein sehr breites Grinsen mitten im Gesicht haben musste. Ist ja auch klar. So geht es mindestens 98% der Adrenalinsüchtigen, die den freien Fall beim Base Flying gewagt hatten.

Ich kann’s nur empfehlen. Machen. Das belebt ordentlich.

Voraussetzungen fürs Body Flying:

  • Teilnahme ab 16 Jahren
  • Bis 18 nur mit schriftlicher Einwilligung
  • Körpergewicht 50 bis 110 Kilogramm
  • Normale physische Gesundheit
  • Kleidung: Festes Schuhwerk mit rutschfester Sohle sowie bequeme, sportliche und dem Wetter angepasste Kleidung