Wakeboarden in Aschheim: Totales Desaster

Anläßlich unseres alljährlichen Sommerfestes lud Jochen Schweizer seine Mitarbeiter zum Wakeboarding nach Aschheim (im Nordosten von München, direkt an der Autobahn A99) ein. Bei bestem Wetter und Laune versammelte sich die nahezu komplette Mannschaft um ein paar Stunden im erfrischenden Nass auf einem Wakeboard zu verbringen. Alternativ standen noch die Wasserskier zur Verfügung.

Der Aschheimer Wasserskipark besitzt seit 1998 einen etwa 760 Meter langen Lift (Rixen 5 Mast Anlage) mit 8 Aufnehmern. Für zusätzlichen Adrenalinspaß sorgen verschiedene künstliche Hindernisse (engl. Obstacles), ein Table mit 18 Meter Länge und 1 Kicker.

Nachdem wir uns erst ein paar Runden in der Sonne und beim Beachvollyball austoben durften, gings an die Wakeboarding-Anlage. Erste Aufgabe: Ausziehen & Ankleiden. Also runter mit den Klamotten und rein in den engen kurzen Neoprenanzug (Nassanzug), der vor Kälte schützen soll. Den das eindringende Wasser sorgt in den Zwischenräumen durch die Bewegung des Körpers zirkulieren und sorgt so für einen Wärmeaustausch mit der Umgebung.

Tipp:
Macht nicht den selben Fehler wie ich! Der Reißverschluß gehört nach hinten und nicht nach vorne – man macht sich zum Gespött vor den anderen.

Hat man seine über die Jahre angefressenen Pfunde erstmal durch den hautengen Anzug in Form gebracht, geht’s zur Wakeboard Ausgabe. Hier muss man sich entscheiden, ob man mit dem rechten oder linken Fuss vorne stehen möchte. In der Wakeboard-Fachsprache spricht man – analog zum Snowboarding oder Skateboarding – von Regular (links vorne) oder Goofy (rechts vorne). Die Standposition ist rein von den subjektiven Präferenzen abhängig. Als „alter“ Snowboarder entschied ich mich sofort für „goofy“.

Nachdem man kurz auf dem Holzsteg mit den anderen Wakeboard-Beginnern Schlange stehen musste, war man selbst dran. Je naäher man dem Einstieg kam, desto größer die Anspannung – zumal man mit ansehen musste, wie viele der Vorgänger kläglichen beim „Waken“ versagten. Umso nervöser war man also selbst, beim Erstversuch.

Sitzenderweise (mit dem Wakeboard bereits im Wasser) und mit einem ordentlich pochenden Herz nahm man den Aufnehmer in die Hand und wartete darauf, dass der Guide den Aufnehmer in die laufende Liftanlage einhaken ließ. Das viele beruhigende Zureden des half nicht. Viel zu sehr war ch mit mir, Gott, meinem pochenden Herz und dem steigenden Adrenalinspiegel beschäftigt. „Klack“, eingehakt, Spannung auf dem Seil, dann in den Armen und …

… dann versuchte ich mich mit aller Gewalt und Kraft am Aufnehmer festzuhalten. Doch die Anzugsgealt war so wuchtig, dass ich das Wakeboard bereits nach wenigen Metern verloren hatte und erst vertikal in der Luft und anschließend im Wasser weitere 10 Meter weitergezogen wurde, ehe ich dann doch losließ. Ich war mir sicher, dass ich dabei den See am Wasserski-Eventpark zum größten Teil ausgesoffen habe. Wahnsinn.

Der adrenalinbedingte Wahnnsin muss es auch gewesen sein, dass ich dieses Vorhaben noch 8-10 weitere Male versucht habe. Allesamt mit dem gleichen Ergebnis: Blamage Total! Völlig erschöpft musste ich dann schlußendlich aufgeben. Fix und fertig habe ich kaum noch den Neoprenanzug vom Leib bekommen. Mit vereinten Kräften bin ich dieses Körperkondom aber dann doch noch losgeworden.

Ich hoffe, dass ich dieses Wassererlebnis doch noch irgendwann wiederholen kann. Denn irgendwie hat’s doch Spaß gemacht. Und ein entsprechender Adrenalin Kick war ja grundsätzlich auch vorhanden. We’ll see.