Base Flying in Berlin mit Jochen Schweizer, Spontacts und Panono

Wer schon immer mal den Schritt bzw. besser gesagt den Flug mit dem Base Flyer in Berlin wagen wollte, kann sich hier inspirieren lassen:

Mit dieser 360° x 360° Optik mit der neuen Panono Kamera kann man nun ein ganz besonderes Panorama Bild festhalten.
Wer sich nicht alleine traut und Mitmacher sucht, dem sei noch Spontacts, die Freizeit Community zu empfehlen. Hier finden sich tagtäglich Ideen für Aktivitäten, die man schon immer mal machen wollte, bisher aber nicht die passenden Freunde hatte. Auch dieser Special Event in Berlin wurde von Spontacts.com veranstaltet.

Zwischen Himmel und Hölle

Mit zunehmendem Alter fängt mal wohl an Risiken anders zubewerten.

Im Kleinkindalter waren mir die Werte „Leben“ und „Tod“ völlig unbekannt. Zug um Zug haben mir wohl Eltern, Kindergarten, Freunde etc. versucht den Sinn und Nutzen darin näher zu bringen. Heute versuche ich selbiges bei meinen Kindern. Damals aber habe ich mir keinen Kopf darüber gemacht. Selbst der Tod der weit entfernt lebenden Großmutter sorgte für keinen großen Schmerz.

Als Jugendlicher fühlte ich mich übermenschlich, unverwundbar, bereit die Welt aus den Angeln zu heben. Mit über 200 Sachen per postgelber Honda (Fireblade CBR 900 RR) ohne Helm einmal die Umgehungsstraße hoch und runter zu flitzen sorgte für Entspannung. Das Buzzword „Entschleunigung“ stört mich noch heute. Gedanken zu möglichen Folgen einer solch kopflosen Aktion kamen nicht annäherend in den Kopf.

Vor allem mit der Gründung einer kleinen Familie hat sich aber das schlagartig verändert. Nicht nur die Sorgen um die engsten Anghörigen hat extrem zugenommen, sondern auch die Verantwortung über das eigene Verhalten. Adrenalinhaltige Erlebnisse wie Bungee Jumping, Fallschirm Tandemsprung oder Baseflying – bei denen bewußt die Angstlust ausgereitzt und gegen den menschlichen Instinkt gearbeitet wird – sorgen für unendlich viele Gedanken rund um Leben und Tod. Am Ende wagt man den Schritt ins Leere. Natürlich ist dieser waghalsige Schritt bestens gestützt. Und zwar auf den statistischen Unmöglichkeiten eines Unfalls und der Gewissheit der sehr hohen Sicherheit des jeweiligen Anbieters. Trotz allem bleibt der durch den augenscheinlich lebensbedrohenden Sprung ausgelöste Adrenalinkick.

Mit Sicherheit empfinden Mittzwanziger diesen Adrenalinrausch anderst als Enddreissiger. Und das ist sicherlich auch gut so. Mit zunehmendem Alter (und ich bin nun Ende 30) nehmen die Gedanken über Leben und Tod zu. In Bezug auf die eigenen Eltern, die eigene Familie, als auch über die eigene Lebenserwartung. Diese phasenweise auftauchenden Gedanken, die mit unterschiedlicher Intensivität „einschlagen“, gehören zum Erwachsenwerden dazu. Wer hier sein ungeklärtes Heil nicht in einer Religion sucht, beschäftigt sich eventuell sein Leben lang mit der Zeit danach. Letztlich kann man sich glücklich schätzen, bereits so alt geworden zu sein. Ich gratuliere Euch. Bis hier her habt Ihr es schon geschafft.

Foto: © GlennPeb – sxc.hu

Indoor Skydiving Bottrop – 12 Minuten freier Fall

Indoor Skyding ist wohl die sicherste Art einen Freifall wie beim Fallschirmsprung zu genießen. Der Freifallsüchtige muss sich weder seiner Höhenangst, einem durchschüttelnden Steigflug, noch schlechtem Wetter aussetzen. Ist das Bottroper Indoor Skydiving deswegen langweilig? Keineswegs! Denn der Sprung im Windkanal Bottrop in einen knapp 200 km/h schnellen Luftstrom bedarf durchaus etwas Mut und Selbstvertrauen in das notwendige Austarieren des eigenen Körpers darin.

In der nachfolgenden Reportage kann man sehen, wie schwer sich Bodyflying Einsteiger tun und was die professionellen Body Flyer und Sky Diver in dem Windkanal anstellen können:

Gebeugt wie eine Banane, Arme und Beine leicht angewinkelt, Arm- und Fussgelenke locker, Kopf im Nacken sind Voraussetzung für einen kontrollierten Flugspaß im Pott.

So fliege ich im Skydiving Windkanal

Wie man sieht, gebe ich mir größte Mühe ruhig im Windkanal zu fliegen. Obgleich es manchmal eiert, klappen Drehungen, Steig- und Sinkflüge und der alleinige Ausstieg schon ganz gut.

Im Gegensatz zum Bodyflying in Mönchen-Gladbach wurde ich beim Indoor Skydiving Bottrop auch nicht den Drehbewegungen eines 1000 PS starken Rotors ausgesetzt. So können bereits Kinder ab 4 Jahre (und ich) nahezu problemlos im Bodyflying-Windkanal fliegen. Ich selbst durfte aufgrund freier Slots insgesamt 6×2 Minuten in den Windtunnel. Geil.

Ein Dank für das Bodyflying-Bild oben bzw. das Windkanal-Video geht an den Sky-Diver!

Ein Tipp für die Betreiber der Anlage: Indoor Skydiving ist cool! Zuschauen macht riesig Spaß. Aber es fehlt die passende Musik. Los, Mukke machen!

Bungee Jumping München – Olympia Regattastrecke

Beim 2. Mal war fast alles anders. Wie vor einem Jahr beim Bungee Jumping in Oberschleißheim hatte Jochen eingeladen, und wieder schien die Sonne als ob es kein Morgen geben könnte. Den Entschluß zu meinem 2. Bungee Sprung fasste ich aber erst vor Ort – direkt an Münchens Olympia Regattastrecke. Was 1x Mal gut gegangen ist, bedarf ja eigentlich keinem 2. Versuch, oder? Nun ja, beim ersten Mal hatte der klassische Dip In gefehlt und einen Tandem-Bungeesprung hatte ich auch noch nicht gewagt.

Kurzerhand hatte ich mich dann aber doch alleine in die Gondel getraut. Als Unterstützung war stieg noch mein fast 5-jähriger Sohn mit hinein – allerdings nur zum Zugucken. Ebenfalls gut gesichert war das sicherlich ein abgefahrenes Erlebnis. Im KiGa werden noch nicht so viele Jungs und Mädchen in 50 m Höhe Ihren Papa wie einen Fisch an der Angel gesehen haben.

Der 2. Sprung war tatsächlich anders. Während beim ersten Mal die Gedanken wild hin- und herzuckten, konnte ich mich dieses Mal auf den Absprung und den Fall konzentrieren und am Ende viel bewußter wahrnehmen. Tatsächlich berührten meine Hände auch die Wasseroberfläche. Für ein vollständiges Versenken war wohl etwas zu konservativ gerechnet worden. Mir aber, hat das Erlebnis auch so voll gereicht. Denn Panik hat man auch so. Die meiste kurz vor Absprung. Weniger vor der Höhe, als vielmehr vor dem Unbekannten. Der Mensch ist natürlich auch nicht dazu geschaffen, an einem Bungeeseil 50m Richtung Erde zu fallen. Der natürliche Instinkt, oder besser gesagt der Lebenserhaltungsreflex warnt den ganzen Körper vor dem bevorstehenden Sprung. Das Herz schlägt schneller und das Adrenalin schießt durch den ganzen Körper. 3, 2, 1, Bungee.

Ansicht von unten:

Ansicht von oben:

Angst & Lust erleben = AngstLust

Inzwischen habe ich die typischen Angstlust-Erlebnisse von Jochen Schweizer selbst ausprobiert. Unter Angstlust-Erlebnisse fallen die Jochen Schweizer hauseigenen Erlebnisprodukte House Running, Bungee Jumping und Base Flying. Ergänzend könnte man noch Fallschirm Tandemspringen dazunehmen.

Wirklich Angst (und kaum Lust) hatte ich rückblickend nur beim Base Flying in Berlin. Ob’s an meiner Tagesform lag oder an der Situation wie ein hilfloser Fisch in 125 m an der Angel zu hängen, weiß ich nicht. Ich weiß aber um die schiere Angst, als ich fallengelassen wurde. Eventuell tue ich mir das bald nochmals ein 2. Mal an. Nur um zu überprüfen, was die Ursache meiner Angst war.

Die geringste Angst hatte ich beim House Running. Liegt wohl auch daran, dass ich – wie bei allen Erlebnissen – den Teams vor Ort hinsichtlich Sicherheit blind vertraue.

Eine Definition des von Michael Balint geprägten Ausdrucks der Angstlust findet Ihr übrigens bei Wikipedia. Hier ein Auszug:

Angstlust verspürt danach derjenige, der sich freiwillig äußerer Gefahr aussetzt, mit der zuversichtlichen Hoffnung, alles werde gut enden. Nach Balint bedeutet dies das „Aufgeben und Wiedererlangen von Sicherheit“. Das Streben danach habe seine Wurzeln im Trauma frühkindlicher Trennungserlebnisse.

Ab geht’s beim Fallschirm Tandemsprung

Jetzt geht’s los, dachte ich mir. Mein Höhenmeter sagt 3.000 Meter und die grünen Lichter weisen auf die Sprungfreigabe für den Fallschirm Tandemsprung hin. Nach knapp 15 Minuten Steigflug, keine weitere Zeit zum Überlegen & kritische Gedanken. Schluß mit dem sensationellen Blick auf die Alpen. Schnell noch den Fallschirmspringergruß und jetzt auf dem Hintern vorrobben. Angekettet an meinen Tandemmaster und Namensvetter Dennis, seines Zeichens Fallschirmspringer bei der Bundeswehr mit bereits über 400 Fallschirmsprüngen in 2009. Und nebenbei aktiv bei den Flying Bones.

Was hatte er eben noch gesagt? „Kopf in Nacken, Arme verschränken, Beine zusammen und unter den Bauch des Flugzeugs krümmen – sei eine Banane„. Stop, ich brauch doch noch Zeit um zu überlegen. Will ich das überhaupt? Noch ein Blick auf die anderen Fallschirm Tandems Sebastian, Julia und Alexander. Keine Zeit. Denn kaum sitze ich lt. Briefing in der Öffnung der Twinbeech geht’s schon ab. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Auf mich wartet ein Freifall mit etwa 220 km/h.

Höhenangst? Nein! In dieser Höhe macht das keinen Sinn. Schreien? Ja! Viel. Und laut. Atmen. Atmen. Atmen. Ich spür das Adrenalin ebenfalls mit 220 km/h durch meine Venen, Adern und was ich da sonst noch habe rauschen. Aero-Orgasmus total. Das tut gut. Fallschirmspringen. Jaha!

Mein Fallschirm Tandem Master macht sich die Mühe und wendet uns in der Luft. Warum? Aha. Was ein geiler Blick auf die Twinbee (Beachcraft Model 18). Ein Flugzeugmodell übrigens, in welcher bereits Roger Moore als James Bond im Jahr 1977 tätig war.

Weiter geht’s. Runter. Wohin den sonst?Als nächstes überholen wir Eisregen. Die Schmerzen im Gesicht spüre ich nicht. Mein fliegender Körper hat einen Adrenalin Schock. Was ich in diesen fallenden Momentgen denke, bekomme ich an dieser Stelle nicht mehr zusammen. Befreiendes Schreien. Das ist auf jeden Fall eine gute Idee.

Auf 1.500 Meter fall ich durch eine Falltür. Eben noch gefühlte 500 Dezibel im Ohr – trotzt Tinitus – und nach Reißen der Fallschirmleine: Stille. Das muss der Himmel sein. Wo sind die Engel? Ein rascher Gedanke an die Aussage „Nur Fallschirmspringer wissen, warum Vögel singen.“ Keine Auflösung, denn der Tandemmaster weckt mich aus der endorphinen Ruhe mit „Ah, da ist der Flughafen. Scannen, selber suchen. Meine Augen versuchen durch die Fallschirmspringer Brille selbst das Ziel (Dropzone: Flugfeld Tannheim bei Memmigen) zu finden. Doch keine Orientierung. Inzwischen weiß ich aber wo oben und unten ist. Zumindest nehme ich das an.

Endlich sehe ich das Flugfeld. Cool. Noch ein Blick nach unten. Hui, da fliegt ja ein andere Sportflieger? Ob das normal ist? Eigentlich nicht, gesteht mir Dennis dann. Wenn die Fallschirmspringer in der Luft sind, haben die anderen Vögel Sendepause. Egal. Geschätzte 500 Meter Abstand wiegen mich in Sicherheit. „Weitergenießen“ ist angesagt.

Nach mehreren Minuten Flugzeit erwartet und die Landung. Dennis hat sich für einen Acker entschieden. Sauber – vor allem wenn man weiß, dass im Herbst die Felder gedüngt werden. Beine hoch, denn die Landung ist als Arschbombe geplant. Wir kommen näher und stellen fest, es handelt sich um ein frisch geerntetes Maisfeld. Hoffentlich sind die übrig gebliebenen Maisstämme gnädig.

Sie sind. Aber es stinkt. Und die Landung erfolgt auf meinem Steißbein. Autsch. Das werde ich wohl noch die nächsten Tage spüren. Egal. Ich bin unten. Ich hab’s geschafft. Ich bin der Größte. Unbesiegbar. Das Adrenalin rauscht nochmals durch das Blut ehe mich der Boden wieder hat. Das war gut. „Sauber“, sage ich. Das wird man wohl auch auf dem Video hören, dass sich in Kürze hoffentlich hier finden wird.

„Hattest Du Angst um mich?“, frage ich meine Frau. „Nope, ich will auch mal!“.Ok. Soll sie haben. Dann werde ich Ihr bei nächste Gelegenheit mal einen Fallschirm Tandemsprung schenken!

Jetzt geht’s ab erst Mal nach Hause in die Badewanne.

Danke an die Flying Bones, Chef Sascha, meinem Fallschirm Tandem Master Dennis und Andi, der das Ganze wunderbar organisiert hat.

Adrenalin unterm Weihnachtsbaum

Mal was ganz was anderes. Es scheint, dass „Adrenalin“ nicht nur im Frühjahr und Sommer im Trend liegt, sondern zunehmend auch im Winter. Hier finden sich u.a. die vielfältigen und adrenalinhaltigen Wintersportarten. Ich könnte mir aber vorstellen, dass sich immer mehr Geschenksuchende für eine besondere Geschenkidee entscheiden. Im Fachjargon „Erlebnisgeschenke“ bzw. „Erlebnisgutscheine“ genannt. Statt Schokolade und Socken landen dann Bungee Jumping, Baggerfahren, Fotoshooting oder auch mal eine SWAT Mission unterm Weihnachtsbaum. Das sorgt für richtig Abwechslung und wird sicherlich weit über die Weihnachtszeit ein Gesprächsthema bleiben.

Hier findet Ihr eine grafische Aufbereitung des Trends:

Foto: © rgvmonster – sxc.hu

Base Flying Berlin: Jetzt geht’s ab!

Holla-die-Waldfee! So extrem krass hätte ich mir das neue und Adrenalin versprechende Erlebnisprodukt von Jochen Schweizer namens Base Flying nicht vorgestellt. In Anlehnung an das Base Jumping (nur ohne Fallschirm) ging ich vor dem „Erleben“ davon aus, dass es sich beim Base Flying um eine Mischung aus Bungee Jumping und House Running handeln musste. Letzteres hatte ich ja ebenfalls am Park Inn gemeistert. Doch, wie sich dann selbst erfahren musste, weit gefehlt!

Wie auch das House Running in Berlin sollte das Base Flying auch an der Fassade des zentral gelegenen Hotels Park Inn stattfinden. Also nicht wie hin. In der Lobby des Park Inn Berlins angekommen, wurde ich schon freudig in Empfang genommen und durfte nach schriftlicher Freigabe meines adrenalinhaltigen Lebens und nach Feststellung meines Gewichts (max. 120 kg sind erlaubt) aufs Dach. Dazu sollte man im Park Inn Berlin die hinteren Aufzüge benützen. Denn nur diese fahren in den 37. Stock.

Nach Verlassen des Aufzugs ging’s dann noch mal per Stufen 3 Etagen hinauf. An den Wänden finden sich im Treppenaufgang immer wieder Hinweise, wie „Bist Du Dir sicher …?“, „Entspannt schaust Du ja nicht aus …“ etc. Dann endlich erreicht man die Aussichtsplattform des Hotels mit Blick auf den Alex, den Alexanderplatz, die House Running Anlage und die technisch gesehen weltweit einmalige Anlage des Base Flyers. Respekt. Schon allein der Anblick des etwa 3m über die Dachkante herausragenden Stegs ließ mich mehrmals kurz über mein Vorhaben nachdenken. Als ich zudem noch die Base Fly-Passagiere vor mir bei ihrem Abflug beobachten konnte …

… zu spät. Schon war ich an der Reihe und durfte einen Sicherheitsgurt anziehen, der sehr fest angezurrt wurde. Schon alleine das sorgte neben dem sehr kompetenten Team für ein sicheres Gefühl. In einer Trockenübung wurde man dann noch auf festem Boden in die Luft gehängt. Damit sollte überprüft werden, ob der Gurt gut und bequem sitzt. Ois roger!

Nun waren alle Vorbereitungen abgeschlossen. Ein letzter zusätzlicher Sicherheitscheck an meiner Ausrüstung und schon durfte ich an einem Seil gesichert auf den Base Flying Steg hinaustreten. Hui, ist das hoch. 125 Meter über dem Boden hat man einen wunderbaren Blick auf den Alex und in die Tiefe. Höhenangst? Keine Ahnung. In solchen Momenten geht mir alles und nichts durch den Kopf.


Größere Kartenansicht

Noch ein finaler Sicherheitscheck und dann wurde ich in dafür vorgesehene Anlage noch auf dem Steg eingehängt und etwas angehoben. „Wie ein Fisch an der Angel“, dachte ich mir, als ich da so hing. Die Pose, die man dabei übrigens einnimmt, gleicht der eines Fallschirmspringers. Glaube ich zumindest. Mein Tandem Fallschirmsprung steht ja noch aus. Anschließend wurde ich dann über den Steg hinaus ins Freie gefahren und in Position gebracht. Unter mir nix bzw. 98 m Luft (lt. Website von Jochen Schweizer) bis zum Vordach des Park Inns. Vor mir der nahezu freie Fall.

Was man in solch einem Moment denkt. Viel & nichts. Fragen hinsichtlich des Seins und des Sinns dieser Aktion sowie viele weitere mehr: Was kommt auf einen zu? Wie fühlt es sich an? Warum tue ich so was? Kann ich zurück? Was denken die da unten? Wie fühle ich mich danach? Kickt das wirklich?

Während dessen lädt sich das Adrenalin Thermoter endgültig und unweigerlich auf 100% auf. Zum ersten Mal stellt man auch fest, dass man es nun nicht mehr selbst in der Hand hat. Den entgegengesetzt zu House Running und Bungee, bei den man aktiv den ersten und verhägnisvollen Schritt tun darf, gibt beim Base Flying der TC (Team Captain) das „Go“.

„Geniesse den Augenblick!“, hatte mir noch jemand zugerufen. Ja, ja, „carpe diem“, lasst mich in Ruhe mit dem Quatsch. „Ready?“

Da es mir beim Bungee Jumping bereits beim Absprung die Sprache verschlagen hatte, ging ich nicht davon aus zu schreien.“3, 2, 1″:

Wuuuuuuuuuuuuuaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh!

Herzklopfen, bam, bam, bam.

Zurren des Seils. Schreien. Schreien. Bam, bam, bam. Schreien.

Der Boden kommt näher und die Fahrt verlangsamt sich technisch bedingt. Endlich kann der Verstand wieder Fuss fassen und das Adrenalin im Blut etwas ordnen. Was ist geschehen?

Angstlust? Adrenalin! Pur! Das hat ordentlich gesessen!

Kaum habe ich wieder festen Boden unter den Füssen, erkenne ich an den Gesichtsausdrücken des Boden-Teams, dass ich wohl ein sehr breites Grinsen mitten im Gesicht haben musste. Ist ja auch klar. So geht es mindestens 98% der Adrenalinsüchtigen, die den freien Fall beim Base Flying gewagt hatten.

Ich kann’s nur empfehlen. Machen. Das belebt ordentlich.

Voraussetzungen fürs Body Flying:

  • Teilnahme ab 16 Jahren
  • Bis 18 nur mit schriftlicher Einwilligung
  • Körpergewicht 50 bis 110 Kilogramm
  • Normale physische Gesundheit
  • Kleidung: Festes Schuhwerk mit rutschfester Sohle sowie bequeme, sportliche und dem Wetter angepasste Kleidung

Wasserkobolde und Gletscherdämonen auf der Geisterklamm

Nach dem Besuch der sehenswerten Zammer Lochputz Klamm hatten wir uns nun auch zugetraut den Weg zur Leutascher Geisterklamm zu wagen um dort den berüchtigten Klammgeist anzutreffen.

Bei der Geisterklamm in Leutasch (bei Seefeld) handelt es sich um einen Erlebnissteig – analog zur mystischen Zammer Lochputz Klamm bei Zams/ Imst. Wem aber die Schwindel erregenden Einblicke in das Tiroler Wildwasser hier noch nicht genug war, sollte unbedingt die Geisterklamm aufsuchen – kein Vergleich!

Etwas lästig ist die Anfahrt zur Geisterklamm in Leutasch, die an der grenze zwischen Bayern und Tirol liegt. Hat man das aber est Mal geschafft wird man von den spektakulären Einblicken begeistert sein. Zumindest dann, wenn man keine Höhenangst hat.

Der Eintritt auf die Leutascher Geisterklamm ist übrigens kostenlos. Zahlen muss man nur für den Parkplatz direkt davor. 5 Euro sind aber für diesen Erlebnisspaß locker zu verkraften.

Der 3 km lange Erlebnissteig durch die imposante Schlucht bietet neben allerhand Informationen – vermittelt durch Kobolde und Dämonen – rund um die Klamm auch außerordentlich viel Höhen-Adrenalin. Denn der Klammgeistweg läuft unter anderem auf einem 800 m langen Steg, der in bis zu 40 m Höhe über der Klamm verläuft. Teils steil in die Abhänge und direkt in den Fels geschlagen. Teils mit direktem Blick durch den Gitterrost in den Abgrund auf rauschende Kaskaden, sprudelnde Strudel und bizarre Felswände. Wer hier nur etwas Höhenangst hat, wird auf diesem engen Erlebnissteg nicht glücklich werden oder für immer seine Höhenangst überwunden haben.

Hat man die 800 m auf dem adrenalinhaltigen Steg überwunden hat man durch die Gletscherdämonen und Wasserkobolde reichlich über die Ursprünge der Klamm, die Kraft der Gletscher während der Eiszeit und die Gesteine der Klamm erfahren. Ehe man aber den Rückweg durch ein hügeliges Waldgebiet antreten kann, muss man sich aber noch einer letzten Herausforderung stellen. Ehe man wieder wirklich festen Boden erreicht heißt es nämlich einen 40 m hohen und engen Steg über die Schlucht zu überqueren. Schon auf dem Weg hin zu diesem Übergang wird man durch ein vertikal ausgelegtes, rotes Seil am Steg auf die Höhe der gleich anstehenden Überquerung vorbereitet. Dieses Seil vermittelt wie tief die Schlucht beim Übergang sein wird. Horror pur. Zumindest dann, wenn man sich zu sehr mit soclhen Gedanken beschäftigt.

Alle Adrenalin Junkies werden freilich erst Mal auf dem Übergang verweilen um Ausblick und Tiefblick in die Schlucht sowie in die ängstlichen Gesichter der anderen mehr oder weniger Wagemutigen zu geniessen.

Wunderbar. Atem(be)raubend. Erlebnisreich.

3, 2, 1, Bungee!

3, 2, 1 – Bungee! Was für eine blöde Idee, aber zu spät. Der eigene Wille trieb mich dazu abzuspringen.

Eben noch bei bestem Wetter und bester Aussicht die Skyline von München genossen, geht’s jetzt in Freifallgeschwindigkeit 50 m in Richtung der grünen Wasseroberfläche der Ruderregattastrecke in Oberschleißheim. Kurz vor dem Dip In werde ich dann aber ruckartig zurückgezogen. „Glück gehabt & trocken geblieben„, denke ich mir. Das hatten meine Kollegen wohl anders geplant. Wäre ich nicht gekonnt abgesprungen, sondern einfach nur nach unten gefallen, wäre ich wohl eingetaucht. Durch das Abspringen habe ich aber (unbewusst) dazu beigetragen, dass sich das Bungee Seil bereits etwas in der Horizontalen streckt. Anschließend werde ich wieder in die Höhe zurück katapultiert um mich dann am höchsten Punkt dem Rebound willenlos hinzugeben 😉

Hinweis: Dip Ins sind nahezu völlig ungefährlich. Die Augen sollten geschlossen bleiben, die Hände über dem Kopf zusammengelegt und das Gesicht ja nicht Richtung Ziel ausrichten.

Genossen“ ist freilich die völlig falsche Umschreibung. Denn trotz Aussicht, verspürt man eine brutale Angst, dessen Zittern aber in der schaukelnden Gondel mühelos verhalt. Wie immer in solchen Momenten stelle ich mir die Frage, ob das nun wirklich sein hat müssen und überlege zumindest kurz, was passieren kann. Obgleich ich mir dann klar mache, dass diese adrenalinhaltigen Erlebnisse bereits tausende Male unfallfrei durchgeführt wurden und die Verunglückung eher im Straßenverkehr als beim Bungee Jumping möglich ist, sorgt das vermeintliche Restrisiko für ausreichend Kribbeln in den Füssen und ein unangenehmes Gefühl im Magen. Ist das wohl Adrenalin, dass durch meine Blutbahnen rauscht?

Mit dem geglückten Rebound ändert sich fast alles. Aus Angst wird Freude. Freude am Leben. Freude etwas Außergewöhnliches gemacht zu haben. Ein einmaliges Gefühl, dass so sicherlich nicht wiederholbar ist. Beim 2. Sprung wird alles anders sein. Dann wird man andere Facetten des Sprungs erhaschen und wahrscheinlich eine ganz andere Angst verspüren. Mal schauen.

Den Bungee Sprung in München hatte ich anläßlich des 20 Jährigen Bungee Engagements von Jochen Schweizer realisiert. Leider gab es am folgenden Tag einen unglücklichen Zwischenfall, der auf individuelles menschliches Versagen zurückzuführen ist. Beim Absetzen eines Tandem Bungee Pärchen wurden die Personen zu früh vom Seil gelöst und fielen aus knapp 2m Höhe auf den Asphalt. Zum Glück haben die beiden das letzten Endes – trotz zunächst scheinbar schweren Verletzungen – doch gut überstanden. Dieser Fehler wird wohl nicht mehr passieren. Ich selbst fühlte mich tagszuvor beim gleichen Bungee Team in den sichersten Händen der Welt. Und auch beim nächsten Sprung hat das Team vor Ort mein Vertrauen!